Bericht von einer gehörlosen Teilnehmerin


Gehörlosen - Sportverein Oldenburg 1942 e.V.
Bericht vom Frauentreff Oldenburg
Wen-Do für gehörlose Frauen (Selbstverteidungs- und Selbstbehauptungstraining)

Zum 5. mal hat der Frauentreff einen Wen-Do-Kurs angeboten. Vom 8. - 10. Sept.2000 kamen 11 Frauen zusammen, als Trainerin war Maloush Köhler aus Amsterdam wieder anwesend für uns. Dazu noch eine Assistentin aus Köln. Sie ist Polizistin und wollte von uns mehr über spezielle Gefahren und Erfahrungen wissen. Von ihr bekamen wir aber auch viele Tipps und Aufklärungen von der Polizei, z.B. wie man eine Anzeige erstattet, wenn man angegriffen wurde usw.
Manche Frauen waren zum 4. mal dort, andere zum 3., 2. oder zum ersten Mal. Wir, die schon mehr Erfahrung haben, erzählen die Unterschiede vor und nach dem Wen-Do. Vorher waren wir alle unsicherer, wenn wir mal Abends alleine durch die Straßen gingen oder wenn wir uns belästigt fühlten. Wir wußten uns nicht so richtig zu helfen, auch das Selbstbewusstsein war nicht so, wie es sein sollte. Durch den Selbstverteidigungskurs lernten wir viel über Selbstbehauptung, Kampftechniken, Befreiungsgriffe und das Schreien: Manche dachten erst, sie könnten nicht schreien, aber danach waren sie selbst erstaunt über sich, wie laut sie doch schreien konnten.
Maloush zeigte uns diesmal unter anderem, wie man sich verteidigt, wenn man von jemand mit einer Waffe angegriffen wird. Sie brachte uns bei, wie man sich am besten wehren kann.
Bei jedem Angriff ist es wichtig, stabil zu stehen, wie ein gewurzelter Baum, ruhig zu bleiben und Selbstbewusstsein auszustrahlen.
Nach drei Tagen war der Kurs zu Ende, die Zeit verging viel zu schnell. Aber wir sind durch Maloush wieder um viele Erfahrungen reicher geworden, vor Allem um ein Stück wieder gewonnenes Selbstbewusstsein. Wir merkten, daß wir doch nicht so wehrlos sind und uns doch gut behaupten können.
Der Kurs wurde noch vom Bezirksverband unterstützt. Im nächsten Jahr oder 2002 wollen wir wieder einen Wen-Do-Kurs machen und hoffen wieder auf ein Zuschuß vom Bezirksverband.

Kirstin Mohrmann-Dietrich



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